Die gefühlte Steuerbelastung


Wie heisst die Steuer, was soll damit finanziert werden, scheint dies sinnvoll - diese Faktoren bestimmen u.a. die gefühlte Belastung des Steuerzahlers gegenüber seiner rechnerisch ermittelten Belastung.

Diese gefühlte Steuerbelastung wurde von Professor Dr. Dirk Kiesewetter und Diplom-Kaufmann Martin Fochmann näher untersucht. In einem aktuellen Beitrag des Forschungsgutachten des Insituts für Standortforschung und Steuerpolitik Magdeburg im Auftrag des Bundesministeriums für Finanzen widmete sich der Lehrstuhlinhaber in Kooperation mit Prof. Dr. Kay Blaufus (Europa-Universität Viadrina), Prof. Dr. Jochen Hundsdoerfer (Freie Universität Berlin) und Prof. Dr. Joachim Weimann (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) dieser Thematik.

 

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

 

  • Das Belastungsgefühl der Steuerzahler kann sich von der objektiven, rechnerischen Steuerbelastung unterscheiden. Für die subjektiv empfundene Abgabenbelastung ist das Label, der Name einer Abgabe, wie auch die Zweckbestimmung und deren Wertschätzung durch die Steuerzahler bedeutsam.
  • Je klarer das Abgaben- bzw. Besteuerungsziel gefasst ist und je mehr sich der Besteuerte mit diesem Ziel identifizieren kann, umso geringer ist die subjektiv empfundene "Netto-Abgabenlast". Die Komplexität des Steuersystems beeinflusst das Belastungsgefühl. Nominalsteuersatzänderungen sind leichter wahrzunehmen und zu interpretieren als Veränderungen der Bemessungsgrundlage.
  • Experimentteilnehmer unterliegen vor allem bei konstantem Grenzsteuersatz einer "Bruttolohnillusion". Sie orientieren sich bei der Arbeitsangebotsentscheidung nicht am Nettolohn, sondern nehmen den Steuerkeil wahr, als sei er Bestandteil des Nettolohnes. Erst wenn die Besteuerung sehr prominent dargestellt wird, zeigen die Besteuerten eine Art Steueraversion und reagieren mit einer Reduktion des Arbeitsangebots.

Den vollständigen Beitrag finden Sie hier.

Von: Studiendekanat

03.03.2010, 14:48 Uhr